Wings of Valor: Retro-Klassiker mit Potenzial nach oben

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Im harten Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs über dem pazifischen Ozean sind Tapferkeit und Heldenmut für beide Seiten – Amerika oder Japan – gefragt. In diesem Spiel kann der Spieler für eine der beiden Seiten antreten, um feindliche Stationen dem Erdboden gleichzumachen. Ob dies mit Bomben oder dem Maschinengewehr erledigt wird, entscheidet der Pilot nach eigenem Ermessen. Schade nur, dass hier der größte Feind das Gameplay an sich ist.

Wer früher schon auf einem Amiga-Computer Spiele zu spielen pflegte, wird sich möglicherweise an Wings of Fury erinnern. Die Flugzeugsimulation, die damals hoch gefeiert wurde, entführte in den blutigen Luftkrieg zwischen Amerika und Japan, der sich nach Pearl Harbor abspielte. Das Spiel erfreute sich damals großer Beliebtheit und war berüchtigt für seine Gewaltdarstellung flüchtender Soldaten, vor allem aber wegen der sehr schweren Steuerung.

Das Spiel wurde nun als Wings of Valor auf iOS portiert und wird bereits jetzt auf einigen Portalen hoch gelobt. Grund genug für uns, das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen.

In Wings of Valor steht es dem Spieler frei, entweder Amerika oder Japan zu spielen. Die vorhandenen Waffensysteme sind dabei identisch, ebenso der Startpunkt des Flugzeugs: ein Flugzeugträger.

Ohne ein gesondertes Tutorial muss der Spieler sich hier auf seine Intuition verlassen, auch wenn sich die Steuerelemente quasi von selbst erklären. So gibt es auf der linken Seite einen Steuerknüppel, der dem alten Amiga-Joystick nachempfunden ist, einen Startknopf, der den Propeller startet und einen Knopf zum Ein- und Ausklappen des Fahrwerks. Rechts befinden sich zwei Knöpfe für die Waffensysteme (Maschinengewehr und Bomben).

Die Steuerung von Wings of Valor entpuppt sich als ebenso knifflig wie in der Urversion des Spiels. Im Test dauert es eine ganze Weile, bis wir absturzfrei den Flugzeugträger verlassen. Der Motor startet erst nach vier- oder fünfmaligem Tippen der Propellertaste.

Gestartet wird jeweils auf dem Flugzeugträger. Nach erfolgreichem Start zeigt ein roter Pfeil die Position der feindlichen Insel an. Zwar lässt es sich fliegen und feuern, auch wenn das Fahrwerk ausgeklappt ist, allerdings verhält sich der Flieger dann sehr träge und die Maximalgeschwindigkeit ist recht gering.

Beim Abwurf der Bomben gilt es, Geschwindigkeit und Höhe mit zu berechnen, um möglichst große Wirkung zu erzielen. Insbesondere Flak-Geschütze sollten aus großer Höhe bombardiert werden. Wird die gegnerische Basis zerstört, flüchten überlebende Soldaten und versuchen, Gebäude wieder aufzubauen. Diese Ziele sind teilweise schwer mit dem Maschinengewehr zu befeuern, vor allem, da das Gewehr fest montiert ist, so dass die Ziele nur im Sinkflug getroffen werden können.

Nachdem alle Ziele vernichtet wurden, muss der Spieler wieder am Ausgangspunkt landen (Fahrwerk nicht vergessen!), was auch schon in der Amiga-Version eine der größten Herausforderungen war. Jeder Abschuss bringt „Valor Points“, mit denen die Waffensysteme verbessert werden können. Jeder Absturz führt zum Verlust einiger dieser Punkte.

Grafik und Sound (vor allem die Schreie der Soldaten) wecken Erinnerungen an Amiga-Zeiten und unterstützen das Retrogefühl. Das Spiel läuft ruckelfrei, aber durch die Steuerung nicht ohne Tücken. Liebhaber werden den Preis von 0,89 Euro – schon allein für die Erinnerungen an Amiga-Zeiten – sicherlich gern zahlen.

Fazit

Wings of Valor von Jae Yong Kim weckt zwar alte Erinnerungen an knackende Joystick-Hebel vor flimmernden Röhrenmonitoren, doch kann uns die App nicht sonderlich begeistern. Die Steuerung ist derart knifflig und so wenig eingängig für den heutigen iDevice-Nutzer, dass schon der erfolgreiche Start vom Flugzeugträger teilweise einem Glücksspiel gleicht. Das Geballer macht zugegebenerweise Spaß, aber die Frustmomente überwiegen bei Weitem. Hier hätten die Entwickler sich mehr Gedanken machen können. Das Spiel frustriert schnell, so dass wir auf ein Update hoffen.

Die App ist hier zum Download verfügbar.

[apptalkgallery] [datenblatt]
  • Name: Wings of Valor
  • Preis: 0,89 Euro
  • Hersteller: Jae Yong Kim
  • Sprachen: Englisch
  • Geräte: iPod touch, iPhone, iPad, ab iOS 4.3
  • Größe: 42,3 MB
  • Versionen: 1.2.2
  • Altersfreigabe: 9+
  • Getestete Version: 15. August 2013
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