SoundHound ∞: Vom Pfeifen zum Lied

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Zeit für ein Update!

(am 31.08.18)

Soundhound wurde Anfang diesen Jahres auf 1 Milliarde Dollar bewertet. Von seinem Konkurrenten Shazam setzt sich Soundhound vor allem durch seinen Sprachassitenten für iOS und Android ab. Die Spracherkennungstechnologie nennt sich Houndify. Sie wird u.a. auch von Hyundai genutzt.

Die Verhandlungen von Apple zur Übernahme von Shazam sind ebenfalls in der heißen Phase. 400 Millionen Dollar soll der Kauf kosten. Die Einwände der EU-Kommision, nach denen Nutzer mit einer Einschränkung ihrer Wahlmöglichkeiten zu rechnen hätten, sind danach vom Tisch. Allerdings wird weiterhin geprüft, ob die Konkurrenz von „Apple Musik“ durch den Zusammenschluss einen Nachteil erhalten würde.

Wie sich die Übernahme auf das Nutzerverhalten auswirkt, wird sich demnach zeigen. Denn neben Shazam und Soundhound gibt es u.a. noch Sound Search von Google und Musixmatch.

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Wer aufmerksam unsere Artikel liest, erinnert sich vielleicht an unsere Rezension von Shazam. Die App speichert nicht nur unsere gehörten Lieder, sondern erkennt sie sogar ungefragt und bei Störgeräuschen. Heute widmen wir uns dem Konkurrenzprodukt SoundHound ∞. Kann es uns überzeugen?

Es wird zugehört von SoundHound

Keine Angst: Soundhound lauscht nur Musik in der Umgebung ab, nicht die Gedanken.

Dass heutzutage überall Musik zu hören ist, kann man wohl eher als Fluch als als Segen bezeichnen. Nicht nur, dass uns die ständige Beschallung stört; auch hören wir immer wieder Lieder, die uns unbekannt sind und die wir gern kennen würden. Im August rezensierten wir Shazam, welches genau diese Funktion beinhaltet: das Erkennen von Liedern.

Das funktionierte, Sie erinnern sich vielleicht, erstaunlich gut. Jetzt haben wir mit SoundHound ∞ eine weitere App mit ähnlichem Umfang auf dem iPad. Der Clou hier: Es sollen nicht nur Lieder erkannt werden; nein, die App erkennt selbst unsere gepfiffenen oder gesungenen Melodien! Das lässt sich unsere stimmgewaltige Redakteurin nicht zwei Mal sagen.

Der erste Versuch ist noch etwas zögerlich. So sind wir auch nicht allzu enttäuscht, dass SoundHound ∞ unser leise gesungenes Tommy Gun von Royal Republic nicht erkennt und mehr oder weniger absurde Vorschläge macht. Allerdings haben wir ebenso wenig Erfolg beim Parade-Straßenmusik-Lied June Hymn von The Decemberists. Erst das oft gecoverte Feeling Good erkennt die App, gibt aber – nur um sicher zu gehen – noch ein paar andere Tipps mit ab. Das war wohl nichts. (Dabei möchten wir jedoch unterstreichen, dass man der Redakteurin durchaus Musikalität bescheinigt. Wie weniger musikalische Menschen so zu ihren Liedern kommen sollen, bleibt uns ein Rätsel.)

Neben der Lieder-Erkennung verwaltet SoundHound ∞ auch unsere gespielten Lieder. Die Vorschau funktioniert über iTunes, sodass Lieder maximal anderthalb Minuten gehört werden können. Dafür gibt es jedoch eine Verbindung zu Youtube. Gespielte Lieder können so auch als Konzertversion betrachtet werden. Leider ist die Video-Qualität ziemlich mies, wobei das nicht an Youtube liegt.

Toll hingegen finden wir die „Live-Lyrics“-Funktion. Die App erkennt bei gespielten Liedern, an welcher Stelle sich der Song gerade befindet. Sind die Texte vorhanden, springt die App direkt zur richtigen Stelle. Damit können wir sofort richtig mitsingen – und für unseren nächsten Lied-durch-Vorsingen-Versuch üben.

Fazit

Wenn wir uns zwischen SoundHound ∞ und Shazam entscheiden müssten, würde unsere Wahl zweifellos auf letzteres fallen. Da die Apps in ihren Funktionen nahezu deckungsgleich sind und auch noch gleich viel kosten, ist diese Entscheidung besonders in der deutlich aufgeräumteren Optik begründet. Die Live-Lyrik-Funktion ist zwar nett, aber reicht uns nicht. Außerdem ärgert es uns, dass SoundHound ∞ nur die wenigstens Lieder durch den Gesang zuordnen kann, obwohl das Gegenteil behauptet wurde. Vielleicht haben wir auch einfach zu gut gesungen? Es liegt an Ihnen, uns vom Gegenteil zu überzeugen!

SoundHound∞
SoundHound∞
Entwickler: SoundHound, Inc.
Preis: 7,99 €

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