HayDay: Suchtfaktor Maisernte

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Kühe melken, Schafe scheren und dann muss auch noch das Schiff beladen werden: HayDay verlangt dem Spieler einiges ab – anstrengend ist das zwar nicht, die Finger davon lassen möchte man aber auch nicht so recht. Ist das nun gut – oder schlecht?

Wer einmal süchtig nach dem Facebookspiel Farmville war, der weiß um die Gefahren dieser kleinen Spiele, bei denen man eigentlich kein Ziel hat – außer regelmäßig sein Feld zu ernten, die Schweine zu entspecken, Kühe zu melken und die Eier der Hühner mit einem niedlichen Körbchen einzusammeln. Die Entwöhnung von Farmville war, um einen Erfahrungswert einzubringen, hart. Aber mit HayDay aus dem Hause Supercell Oy wartet schon die nächste Droge – nur eben nicht auf Facebook. Dafür auf dem iPad oder dem iPhone.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Der Nutzer baut eine eigene kleine Farm auf. Erst gibt es nur Hühner, später kommen Kühe und Schweine, Ziegen, Hunde und Katzen. Auch das, was gesät werden kann, wird mehr. Der Sprung von Level zu Level geht recht schnell, wenn man regelmäßig spielt. Und eben das ist das Problem an HayDay: Mais und Korn brauchen nur wenige Minuten zum Wachsen und so sitzt man als Spieler davor und denkt sich: „Einmal geht noch.“ Aus einmal wird zweimal wird dreimal.

Irgendwann – so ab Level zehn – stellt sich dann jedoch eine gehörige Portion Langeweile gepaart mit Unzufriedenheit ein; denn man sieht dem Korn zwar gern beim Wachsen zu, aber ansonsten passiert nichts. Auch wenn man als Zwischenaufgaben immer wieder den Lastwagen oder ein Schiff befüllen kann – glücklich macht das langfristig nicht.

Das Spiel läuft auf iPhone und iPad flüssig, hat aber immer wieder Serverschwierigkeiten. Das wurde mit einem Update nicht besser – man kann nur hoffen und warten. Zwischen verschiedenen Farmen hin und her zu springen, dauert je nach Belastung des Spielservers recht lange. An einem Sonntagnachmittag, an dem wir testeten, konnte man sich beim Warten gemütlich einen Kaffee machen. Die Bedienung ist leicht und intuitiv. Hin und wieder kommt es jedoch vor, dass sich die Personen, die den Hof besuchen, nicht richtig greifen lassen. Da ist dann schon etwas Geduld und Fingerspitzengefühl gefordert.

Fazit

Hayday macht Spaß – keine Frage. Allerdings ist der Suchtfaktor hoch und die Spannungskurve flach. Wer Zerstreuung für zwischendurch sucht, dem sei HayDay ans Herz gelegt – weil Feldfrüchte nicht verderben und die Tiere nicht sterben, kann man das Spiel auch für einige Tage ruhen lassen. Aber wer schafft das schon? Wer aber eine richtige Herausforderung sucht, der ist bei HayDay falsch.

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  • Name: HayDay
  • Preis: kostenlos/In-App-Purchase
  • Hersteller: Supercell Oy
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Geräte: iPod touch, iPhone 3/4/5, iPad 1/2/3/4, ab iOS 3.0
  • Größe: 32 MB
  • Versionen: Kombi-Version für alle Geräte
  • Altersfreigabe: 4+
  • Getestete Version: 08.11.2012
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