Mind Journey App Review – viele Wege führen ins Ich

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Die Menschen sind überfordert und dauernd gestresst – egal, ob jung oder alt. Kann eine App wie Mind Journey den Stress tatsächlich reduzieren? Mich stresst sogar das ganze Gerede von Selbstfindung, Spiritualität und Mentaltraining. Selbst das scheint Druck auszuüben. Kann man “besser” sein als andere im Entspannen? Das wollte ich wissen und habe einen Selbstversuch mit der App Mind Journey gestartet.

Dauerstress – Hilfe, ich brauch ‘ne App!

Der Zeitpunkt könnte besser nicht sein. Die Kinder wollen pünktlich abgeholt werden, auf meinem Schreibtisch stapelt sich die Arbeit und Abendessen soll auch gekocht werden. Am besten alles gleichzeitig. Zeit zum Verschnaufen? Kenne ich nicht. Aber “Kenne ich nicht” ist nicht dasselbe wie “Brauche ich nicht”.

Jetzt ist der perfekte Moment für Mind Journey. Blitzschnell ist die App installiert, noch dazu kostenlos. Aber beim zweiten Blick, entdeckt mein geübter Blick sofort den Haken: Kostenlos sind nur die ersten sieben Tage, quasi zum Anfüttern. Wer dann versäumt, das Abo zu kündigen, wird zur Kasse gebeten und das nicht zu knapp. Aber mehr dazu später. Glücklicherweise habe ich den sehr dezenten Hinweis rechtzeitig entdeckt – also alles gut.

das Abo von Mind Journey

Obacht! Wer nicht kündigt, muss zahlen. Gar nicht mal so wenig.

Journey to the Center of the Mind

Zunächst muss ich einige Frage über mich, meine Lebensumständen und meinen Stresslevel eingeben. Außerdem mein Alter und mein Geschlecht. Nun gut. Dann stellt mir die App ein persönliches 7 Tage Meditations-Programm zusammen.

Die App hält ein breites Spektrum unterschiedlichster Aktivitäten zur Entspannung und für mein absolutes Wohlbefinden bereit – so wird die App Mind Journey jedenfalls vorgestellt. Es gibt Audio- und Videositzungen in verschiedenen Kategorien für Meditationsübungen. Außerdem können die Nutzer bei kleinen Spielchen ein wenig abschalten. Als besonders entspannend soll sich das virtuelle Ausmalen auf das Gehirn auswirken. Ob das stimmt, wollte ich unbedingt wissen.

Mind Journey macht Bock auf Malen…

Hübsches Bildchen mit vielen Flächen zum Rumpinseln – gut, ich fange dann mal an. Ich muss vorher noch erwähnen, dass ich nicht sonderlich viel Geduld habe. Meinen State of Mind nenne ich liebevoll “Stress of Mind”. Schnell wird mir klar: Malen entspannt mich nicht. Dafür bin ich innerlich zu unruhig. Ein Bild ist fertig und ich horche in mich hinein. Keine Entspannung, soweit ich das fühle. Zugegeben: Aufgeregt hat es mich auch nicht. Vielleicht muss ich noch eins versuchen. Das nächste Bild ist fertig. Und nun? Vielleicht noch ein drittes? Aha, Mind Journey: Mehr Bilder stellst du mir kostenlos nicht zur Verfügung? Das wiederum sorgt dann doch für eine emotionale Schwankung: Aufregung, Stress, willkommen zurück.  

Flämmchen mit Flammen bekämpfen

Wenn ich nicht weitermalen darf, muss ich eben spielen. Aber was ich nicht bedacht habe, ist die Tatsache, dass es sich um meditative Spiele handelt. Gut, das mit dem Lagerfeuer ist ganz niedlich, aber dass ich mich nun entspannter fühle, kann ich nicht sagen. Vielleicht gehe ich die App falsch an. Sinn und Zweck der App ist es, das Bewusstsein für einen ausgeglichenen Lebensrhythmus zu stärken und zu einem verbesserten körperlichen und seelischen Wohlbefinden zu verhelfen. Wer sich auf Meditation und Entspannungsübungen einlässt, wird sicher einen Moment lang abschalten können. Ob Audio- und Videositzungen ausreichen, um dem Alltagsstress zukünftig die Stirn zu bieten, muss jeder für sich selbst ausprobieren.

Mind Journey: Reise ohne Bahncard

Spirituelle Menschen mit einem feinen Gespür für den ganz individuellen Ruhepol werden wahrscheinlich in Mind Journey eintauchen und die kleine Auszeit zwischendurch genießen. Wer sich allerdings nicht vollständig auf die Entspannungsübungen der App einlässt, wird die von den Machern so stark angepriesene Wohltat für die Seele kaum spüren.  Grundsätzlich ist Mind Journey als eine Reise gedacht, die sämtliche Sinne anspricht, mich aber nicht wirklich geflasht hat. Ich denke, dass der Hauptgrund in dem größten Kritikpunkt liegt – nämlich im Preis. Wer sich mit ein oder zwei Probespielchen und Audio-/Videositzungen zufrieden gibt, zahlt nichts, aber um die App wirklich vollständig zu nutzen, muss der User tief in die Tasche greifen.

Teure Seelenreise

Das lebenslange Nutzungsrecht auf alle Inhalte kostet unglaubliche 299,99 Euro! Mehr als eine Bahncard 50. Was für eine teure Seelenreise. Um diesen gigantischen Beitrag zu leisten, muss die Sorge um das eigene Wohlbefinden schon ziemlich groß sein. Mit Mind Journey gibt es eine nette Meditations-App, die wirklich ansehnlich gestaltet und konzipiert ist. Allerdings sorgt der Extrem-Preis für einen schwer verdaulichen Schock, den Mind Journey im Anschluss dann beheben muss.

 

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