GeoTagr: Fotos mit Positionsdaten versehen

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Manchmal setzt der Weg zu einer Lieblingsapp einen gewissen Erkenntnisprozess voraus. So war es jedenfalls bei unserem Redakteur Christopher Dreßen und GeoTagr. Wie die beiden zueinander fanden, lesen Sie hier, im zweiten Teil unserer Serie „Meine Lieblingsapp“.

GeoTagr und ich – die Geschichte unseres Kennenlernens ist eine Geschichte aufeinanderfolgender Erkenntnisse.

Die erste Erkenntnis ist sicherlich die, dass das iPhone sich unglaublich gut dazu eignet, irgendetwas mit Fotografie anzustellen. Seit der Anschaffung meines ersten iDevice – es war ein iPhone 3GS – habe ich Apples kleine und etwas größere Helfer immer auch dazu genutzt, sie in mein Foto-Hobby einzubauen. Sei es als Immerdabei-Kamera – denn keine andere hatte ich je wirklich immer dabei – sei es als Hosentaschen-Dunkelkammer, in der zum Beispiel via iColorama mal eben ein paar Bilder aufgebessert werden können, oder sei es um meine sozialen Netze mit visueller Unterstützung an aufregenden Events, wie dem morgendlichen Kaffee, teilhaben zu lassen. Ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass ich kein anderes Smartphone so intensiv für den Bereich Fotografie genutzt hätte: das iPhone ist DAS Foto-Handy.

Zur zweiten Erkenntnis bin ich gekommen, als ich begonnen habe, das iPhone für den Sport zu nutzen. Mit Apps wie RunKeeper habe ich meine Fortschritte und Rückschläge aufgezeichnet, die anfangs wohl ein jeder Jogging-Anfänger durchmacht. Dadurch konnte ich nicht nur meinem inneren Schweinehund bei der Arbeit zusehen – bisher würde ich sagen, er gewinnt die meisten Partien -, interessant war auch die Erkenntnis, dass das iPhone ein prima GPS-Empfänger ist.Nun folgt unmittelbar die dritte Erkenntnis: Dieser GPS-Empfänger funktioniert auch ohne mobile Daten des Mobilfunk-Anbieters. Im Ausland braucht man also keine (absolut überteuerten!) Roaming-Gebühren zu zahlen, um auch dort die Laufwege aufzeichnen zu können. Fortan konnte mich nicht nur oben genannter Schweinehund auch im Ausland ganz offiziell nicht mehr in die Schranken weisen. Ab diesem Punkt reifte auch die Erkenntnis in mir, dass sich dieser GPS-Empfänger anderweitig nutzen ließe. Theoretisch wäre es also möglich, mit Hilfe des iPhones die Fotos von so ziemlich jeder Kamera mit Positionsdaten zu versehen.

Ich habe mich schon häufig nach einem GPS-Empfänger für meine Spiegelreflexkamera umgeschaut, denn es macht Spaß und ist sehr interessant zu sehen, wo genau (also genauer als Europa, Spanien oder Córdoba) ein Bild entstanden ist. Nur waren mir die passenden Geräte immer zu teuer, um es wirklich auf einen Versuch ankommen zu lassen. Mit meinen fünf gewonnen Erkenntnissen, etwas Recherche und der Unterstützung einiger Twitter-Follower bin ich dann auf GeoTagr von Galarina gestoßen.

Natürlich muss man mit GeoTagr einen kleinen Umweg gehen, bis Positions- und Fotodaten miteinander verschmelzen – denn man kann sein iDevice ja nicht einfach mit einer x-beliebigen Kamera koppeln. Der ganze Prozess ist aber denkbar einfach. Zunächst werden Uhrzeit und Datum der Kamera mit den Daten von iPad oder iPhone abgeglichen. So können später die passenden Fotos den jeweiligen Positionsdaten (sog. Geotags) zugeordnet werden. Im Anschluss geht es auch schon los: Einmal aktiviert, zeichnet die App den mit ihr zurückgelegten Weg auf, den man sich später auch auf einer Karte anschauen kann. Zurück von der Fototour und am heimischen Rechner können die Positionsdaten dann von der App – via E-Mail oder Dropbox – exportiert und ins Bildverwaltungsprogramm (in meinem Fall Lightroom 4) importiert werden. Lightroom weist den Fotos die entsprechenden Positionsdaten zu und das war es auch schon. GeoTagr bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die aufgezeichneten Daten mit Fotos aus der Dropbox, von Flickr oder Google+ abzugleichen. Somit benötigt man nicht einmal ein Bildverwaltungsprogramm.

Mit GeoTagr hat das iPhone für mich enorm an Nutzen dazu gewonnen. Für 4,49 Euro kann ich alle meine Bilder problemlos mit Geotags versehen und die Aufnahmeorte später auf einer Karte wiederfinden. Es gibt viele Apps die ich bedeutend häufiger verwende, aber keine, die ich lieber mit in den Urlaub oder auf eine Fototour nehme.

Die App gibt es hier im Store.

[apptalkgallery] [datenblatt]
  • Name: GeoTagr
  • Preis: 4.49 Euro
  • Hersteller: Galarina
  • Sprachen: Englisch
  • Geräte: iPhone (5 optimiert), iPod touch, iPad ab iOS 5.0
  • Größe: 11.6 MB
  • Version: 4.2.3
  • Altersfreigabe: 4+
  • Getestete Version: 09. November 2012
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1 Kommentar

  1. Thomas Schmidt am

    Zum Ende der Beschreibung ging es mir etwas zu schnell. Wie soll das funktionieren, daß Lightroom die Positionsdaten vom IPhone empfängt und dann auch noch korrekt den Photos zuordnet. Ich verstehe, daß über die Zeit eine Positionssynchronisation möglich ist aber wie das im Lightroom abläuft bleibt mir ein Rätsel. Hier wäre eine etwas mehr ins Detail gehende Beschreibung des Vorganges wünschenswert.

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