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Discworld: Reise durch Ankh-Morpork

Die Geschichten der Scheibenwelt von Terry Pratchett ziehen seit 30 Jahren ungezählte Leser in ihren Bann. Im Januar erreichte unseren Redakteur die Nachricht, dass es bald eine App für das iPad geben würde – Discworld: The Ankh-Morpork Map. Gleich nachdem die Freudentränen getrocknet waren, begab er sich zitternden Fingers durch die größte und älteste Stadt der Scheibenwelt. Ob besagter Redakteur deren Straßen nun besser kennt, als es die Stiefel von Kommandeur Mumm tun und ob er den stolzen Preis für die App wieder zahlen würde?

Die Scheibenwelt, die – getragen von vier Elefanten auf dem Rücken der Sternen-Schildkröte Groß-A’Tuin – ihre Bahnen durch den Weltraum zieht, war bereits Schauplatz von 39 Romanen. Mit Discworld: The Ankh-Morpork Map hat die Random House Group die erste offizielle Scheibenwelt-App entwickelt – exklusiv für Apples iPad. Wurde deren Ankündigung mit großer Euphorie entgegen genommen, dürfte aber mancher Fan bei einem Preis von 13 Euro ins Zweifeln geraten.

Bei Discworld handelt es sich um eine interaktive Straßenkarte von Ankh-Morpork. Diese basiert auf dem Buch „The Compleat Ankh-Morpork: City Guide“ und wurde mit einigen Zusatzinformationen angereichert. Die Metropole wird in der Vogelperspektive dargestellt und ist frei zoombar. Beim tieferen Eintauchen erscheinen zunächst zahlreiche Symbole, die anwählbare Gebäude markieren und mit unterhaltsamen Zusatzinformationen, Bilder und Zitate aus den Büchern verknüpft sind. Auch einzelne Stadtbewohner sind erkennbar, von denen einige zur Scheibenwelt-Prominenz zählen. Ein Klick auf diese besonderen Persönlichkeiten bietet auch hier wieder Zusatzinformationen in bester Pratchett-Manier. So sind wir bei unserem Test unter anderem Detritus und Rincewind begegnet und haben den Patrizier in seinem Palast getroffen.

Die animierte Karte ist zwar hübsch anzuschauen und stimmungsvoll mit passenden Hintergrundgeräuschen versehen, eine bessere Orientierung bietet allerdings die einblendbare Straßenkarte mit den Namen der angezeigten Orte und Gebäude. Außerdem führt die Historikerin Hortensia d’Antigua in drei Stadtbegehungen mit zahlreichen kleinen Geschichten durch die Straßen Ankh-Morporks. Werden bestimmte Orte gesucht, bieten ein Straßenindex und das Stadtverzeichnis ihre Suchfunktion an.

Discworld nutzt Apples Game Center, für das insgesamt 79 Erfolge freizuschalten sind: Mal sind hierfür gewisse Orte aufzusuchen, mal bestimmte Charaktere zu finden. Für Langzeitmotivation dürften diese Erfolge eher bei den Nutzern sorgen, die gern akribisch auch noch den letzten fehlenden Charakter suchen möchten.

Die App sieht gut aus, wir hätten uns allerdings zumindest bei den prominenteren Gebäuden einen höheren Detailgrad gewünscht. Auch von der technischen Seite her macht Discworld eine gute Figur. Der Sound schafft eine stimmungsvolle Kulisse, gesprochene wie geschriebene Texte sind aber nur auf Englisch verfügbar.

Fazit

Die Frage nach der anhaltenden Motivation bei dieser App ist eher schwer zu beantworten, auch wenn die Umsetzung sehr ansprechend ist. Es ist interessant und macht Spaß, einen Überblick über diese bizarre Stadt zu erhalten, auf deren Straßen man schon so viele Geschichten erlebt hat. Letztendlich müssen aber Sie, lieber Leser, selbst entscheiden, wie lange und wie häufig Sie die App nutzen würden und ob Ihnen dieser interaktive Stadtplan knapp 8,00 Euro wert ist. Der Autor dieser Zeilen schaut sich demnächst lieber mal die Buchversion an.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁

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[datenblatt]

  • Name: Discworld: The Ankh-Morpork Map
  • Preis: 7.99 Euro
  • Hersteller: Random House Group
  • Sprachen: Englisch
  • Geräte: iPad ab iOS 6.0
  • Größe: 854 MB
  • Version: 1.0.4
  • Altersfreigabe: 12+
  • Getestete Version: 21. Februar 2013

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