Rollenbasiertes Aufbauspiel

Medieval Merchant: Werden Sie Hanseat!

Alexander Soth 20. März 2013 | 15:00 Uhr 3

Es gibt mittlerweile viele Aufbauspiele. Die meisten sind Freemium-Spiele, bei denen der Nutzer Zusatzleistungen erkaufen muss. Medieval Merchant hingegen ist ein rundenbasiertes Aufbauspiel. Die Entwickler von rapidrabbit aus Greifswald bringen damit eine App auf den Markt, die als Vorreiter dienen kann. Ihr Genre ist bisher nicht weit verbreitet.

Medieval Merchant: Werden Sie Hanseat!

Die meisten Downloads im App Store erzielen Echtzeit-Freemium-Spiele. Rundenbasierte Strategiespiele sind derzeit noch Mangelware. Mit Medieval Merchants bringt rapidrabbit jetzt ein Produkt auf den Markt, das diese Lücke füllt. Mit seinem Spielprinzip erinnert es stark an PC-Klassiker wie Heroes of Might and Magic. Der Unterschied bei Medieval Merchants ist jedoch, dass der Spieler kein Königreich, sondern sich selbst als Kaufmann, aufbauen muss. Dazu müssen Nutzer ihre Handelsflotte ausbauen und Spenden für Gebäude in Lübeck abgeben.

Lübeck haben sich die Entwickler als Heimathafen des Protagonisten ausgesucht. „Lübeck war das Zentrum der Hanse und der Lübecker Bürgermeister der mächtigste Mann in diesem Kaufmannsbund“, sagt David Wulff, CEO von rapidrabbit im Interview mit AppTalk. Dieser historische Hintergrund war der Anlass der Entwickler, sich für Lübeck zu entscheiden. Von der schleswig-holsteinischen Stadt aus muss der Spieler seine Waren quer durch Nordeuropa befördern. Es können Häfen wie London, Stockholm, Oslo oder Hamburg angesteuert werden. Jede dieser Städte benötigt ganz unterschiedliche Vorräte – und stellt wiederum andere her. Der Spieler muss also genau überlegen, wohin er seine Flotte schickt. Bei einer Fahrtzeit von fünf Tagen, kann es durchaus vorkommen, dass die benötigten Waren schon längst von einem Konkurrenten geliefert wurden.

Vorerst beschränkt sich Medieval Merchants nur auf den nordeuropäischen Raum. Auf die Frage nach einer Erweiterung sagt David Wulff: „Wir haben noch hunderte Ideen zu dem Spiel in der Schublade. Das fängt bei dem „Pass-to-Play“ Modus an, geht weiter bis zu Mittelmeer- und Ostasien-Erweiterungen und zum Krieg der Hanse gegen den Dänenkönig Waldemar.“ Aber schon in der jetzigen Version, wird ein Multiplayer Modus verfügbar sein. Dieser ist online über das Apple Game Center verfügbar.

Das Game Center war während der Entwicklung auch beim Spielprinzip bestimmend. „Ob wir eine rundenbasierte oder eine Echtzeit-Aufbausimulation entwickeln, war tatsächlich eine schwere Entscheidung. Das Apple Game Center, mit dem wir uns entschieden haben, zu arbeiten, hat dann quasi die Wahl für uns getroffen, da es noch keine Echtzeit-Simulation unterstützt“, sagt Wulff. Das ist nicht nur praktisch für die Entwickler, weil ihnen somit eine schwierige Entscheidung abgenommen wurde. Auch dem Nutzer kommt das zu Gute. Medieval Merchants glänzt mit seinem Prinzip und fesselt. Des Nutzer merkt schnell, dass die Simulation ein Ziel verfolgt und gleichzeitig stundenlangen Spielspaß garantiert. Schnell wird klar: Wer mehr Geld verdient, steigt schneller auf und wird so zum mächtigsten Kaufmann der Hanse. Medieval Merchants ist also ein Aufbauspiel mit Ziel und füllt somit eine Lücke, die durch sämtliche Freemium-Games entstand: Spieler können ihr Dorf und sich selbst aufbauen, gelangen aber irgendwann an ein Ziel.

Im Umkehrschluss bedeutet das für Spieler auch mehr Spaß, denn wer einmal bezahlt und weiß, dass er etwas erreichen kann, spielt lieber als jemand, der immer Geld in ein Spiel steckt, das kein Ende nimmt. Auch die Entwickler bei rapidrabbit sahen das so und entschieden sich für eine kostenpflichtige Variante ohne in-App-Käufe. „Freemium bedeutet im Wesentlichen die Optimierung des Spiels auf den Verkauf von in-App-Purchases und das geht immer zu Lasten der Spielfreude. Wir wollen tolle Spiele entwickeln, die Spaß machen und die wir selber gern spielen. Deswegen bieten wir „Flatrate-Gaming“ an – bezahl einmal und spiel solange du Spaß hast“, sagt David Wulff.

Ab heute kann jeder, der einmal Kaufmann der Hanse sein möchte, das Spiel im App Store herunter laden. Der Preis für den langen Spielspaß beträgt derzeit 2,69 Euro. Die Entwickler weisen darauf hin, dass es sich noch um eine Bugversion handelt. Der Spieler muss mindestens ein Schiff auf See schicken, um den Tag zu beenden. Andernfalls stürzt das Spiel ab. Das erklärt auch den Sonderpreis des Spiels. Eine Version, die den Fehler behebt, liegt schon bei Apple vor. Sobald der Konzern die Freigabe erteilt, wird rapidrabbit diese dann als Update veröffentlichen.

Fazit

Uns hat Medieval Merchants – Händler der Hanse mehr als überzeugt. Unsere gesamte Redaktion schippert derzeit mit ihren Schniggen durch Nordeuropa und verteilt die Waren in den Häfen. Durch das rundenbasierte Spielprinzip, wissen wir endlich, wofür wir unser Geld ausgegeben haben – und durch unseren Test, dass es sich gelohnt hat. Die Grafik besteht aus einem sanft gezeichneten Comicstil und ist schön anzusehen. Die Musik und die Soundeffekte sind thematisch abgestimmt. Die Steuerung wird zu Beginn des Spiels ausführlich im Tutorial erklärt. Das Spielprinzip ist für iOS-Geräte beinahe revolutionär und beschert dem Nutzer ein Menge Spielspaß. Für uns ist Medieval Merchants die Entdeckung des noch jungen Jahres.

Das Spiel können Sie hier im App Store herunterladen.

Bilder zu »Medieval Merchant: Werden Sie Hanseat!«

Datenblatt

  • Name: Medieval Merchants – Händler der Hanse
  • Preis: 2,69 Euro (Sonderpreis für kurze Zeit)
  • Hersteller: rapidrabbit GbR
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Geräte: iPad, ab iOS 6.0
  • Größe: 253 MB
  • Versionen: iPad-Version
  • Altersfreigabe: 4+
  • Getestete Version: 20. März 2013

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  • Chrimm

    Leider mal wieder ein Spiel, dass sich selbst durch iOS6-Zwang in’s Aus schießt. Dabei hatte ich mch soo über ein Hanse-Remake gefreut.

    • Peter

      Was ist so schlimm an iOS 6?

      • pEnnY

        Na wenn man ein älteres Gerät besitzt, ist bei einer bestimmten IOS Version Schluss. Damit will Apple uns sagen: Kauf dir gefälligst jedes Jahr ein neues (aktuelles) iPad, iPhone, iPod … So wie unser iPod-Touch 1. Generation – da ist bei iOS 4 Schluss und neu Apps Laden ist Tabu xD zumindest solange man sich an die legalen Möglichkeiten hält.

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